Die ehrliche Antwort zuerst: Es kommt drauf an — aber nicht auf das, was du denkst
Wenn du "Website selbst machen oder machen lassen" googelst, findest du zwei Sorten Artikel. Die einen sind von Baukasten-Anbietern und sagen dir, dass du in 20 Minuten eine professionelle Website hast. Die anderen sind von Agenturen und sagen dir, dass du ohne Profi untergehst. Beide haben ein Interesse daran, dir eine bestimmte Antwort zu verkaufen.
Ich verkaufe Websites. Trotzdem sage ich dir ehrlich: In manchen Fällen brauchst du mich nicht. Damit du eine Orientierung hast: Selbermachen mit Baukasten kostet grob 12 bis 30 Euro im Monat plus 20 bis 50 Stunden deiner eigenen Zeit, machen lassen liegt bei einem einfachen Onepager regionstypisch bei rund 500 bis 1.500 Euro. Welcher Weg der günstigere ist, hängt vor allem daran, was deine Zeit wert ist — dazu unten die ehrliche Rechnung. Ich habe in 14 Jahren genug Projekte gesehen, bei denen ein Baukasten völlig gereicht hätte — und genauso viele, bei denen jemand ein Jahr lang an Wix verzweifelt ist und am Ende doch bei mir gelandet ist, nur teurer und frustrierter. Die richtige Frage ist nicht "selbst oder Profi", sondern: Was ist deine Website wert, was ist deine Zeit wert, und wie viel Risiko kannst du dir leisten?
Was ein Baukasten wirklich kostet (Spoiler: nicht null)
Wix, Jimdo, Squarespace oder WordPress.com werben mit "ab 0 Euro" oder kleinen Monatsbeträgen. Die ehrliche Rechnung sieht anders aus. Die kostenlosen Tarife haben Werbung des Anbieters auf deiner Seite und keine eigene Domain — für ein Geschäft unbrauchbar. Ein brauchbarer Business-Tarif mit eigener Domain und ohne Fremdwerbung liegt je nach Anbieter typischerweise bei rund 12 bis 30 Euro im Monat, also etwa 150 bis 360 Euro im Jahr. Dauerhaft. Plus Domain, oft plus E-Mail-Postfach, plus eventuell kostenpflichtige Apps für Buchungen oder Formulare.
Auf fünf Jahre gerechnet sind das schnell 1.000 bis 1.800 Euro — und du hast die ganze Arbeit selbst gemacht. Das ist kein Argument gegen Baukästen. Es ist nur wichtig zu wissen, dass "kostenlos" eine Illusion ist und der laufende Beitrag nie aufhört, solange die Seite online ist.
Der versteckte Preis: deine Zeit
Das eigentliche Geld bei DIY ist nicht der Tarif, sondern deine Stunden. Ich sehe das immer wieder: Jemand will "nur schnell" eine Website bauen und sitzt dann drei Wochenenden dran. Realistisch brauchst du für eine ordentliche kleine Firmenseite mit Baukasten — Texte schreiben, Bilder besorgen und zuschneiden, Layout basteln, Mobilansicht prüfen, rechtliche Seiten anlegen — gut und gerne 20 bis 50 Stunden, wenn du es noch nie gemacht hast.
Rechne deinen eigenen Stundenwert dagegen. Wenn deine Arbeitsstunde 60 Euro wert ist, sind 40 Stunden Bastelei "unsichtbare" 2.400 Euro, die in deiner Buchhaltung nie auftauchen, aber trotzdem weg sind. Zeit, in der du nicht in deinem eigentlichen Geschäft gearbeitet hast. Genau deshalb arbeite ich mit Festpreis nach Skizze: Du weißt vorher, was es kostet, und behältst deine Wochenenden.
Was du mit einem Profi bekommst — und was eine Website beim Profi kostet
Wenn du "machen lassen" wählst, kaufst du nicht nur Pixel. Du kaufst Zeit, Verantwortung und das Wissen, welche Fehler man nicht macht. Zur ehrlichen Orientierung, was in der Region marktüblich ist: Ein einfacher Onepager liegt typischerweise bei etwa 500 bis 1.500 Euro. Eine mehrseitige Firmenseite mit Bearbeitungsmöglichkeit (CMS), bei der du selbst Texte ändern kannst, bewegt sich grob im Rahmen von 2.000 bis 8.000 Euro — je nach Umfang, Texten, Funktionen und ob das Design von der Stange kommt oder eigens gebaut wird.
Das sind Spannen zur Orientierung, keine Preisschilder. Viele Anbieter hier in Bremen verstecken ihre Preise komplett, du musst erst ein Verkaufsgespräch über dich ergehen lassen. Das finde ich unfair. Bei mir bekommst du nach einer kurzen Skizze deines Vorhabens einen Festpreis — und der gilt. Keine Überraschung auf der Rechnung, kein "das war ja nicht im Angebot".
Die DSGVO-Falle, die fast jeder DIY-Bastler übersieht
Hier wird es ernst, und hier sehe ich die meisten teuren Fehler. Eine Website ist in Deutschland kein reines Designthema, sie ist auch ein Rechtsthema. Impressumspflicht, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner für alles, was Daten setzt, korrekte Einbindung von Schriften und Karten. Viele Baukästen laden standardmäßig Google Fonts direkt von Google-Servern oder binden Google Maps und Analytics ein, ohne dass du es merkst — und schon fließen IP-Adressen deiner Besucher in die USA, ohne Einwilligung. Genau dafür wurden in den letzten Jahren reihenweise Abmahnungen verschickt.
Ein Baukasten nimmt dir diese Verantwortung nicht ab. Im Kleingedruckten steht, dass du für die Rechtskonformität deiner Seite selbst zuständig bist. Wer das nicht weiß, baut sich ahnungslos ein Risiko ein. Ich hoste in Deutschland, binde Schriften lokal ein und richte den Datenschutz so ein, dass er auch wirklich passt. Das ist kein Verkaufsargument, das ist schlicht Pflicht — nur macht es eben kaum jemand von allein richtig.
Wann ich dir ehrlich zum Selbermachen rate
Jetzt der Teil, den du von einem Website-Anbieter selten hörst: Es gibt Fälle, in denen du keinen Profi brauchst. Wenn du gerade als Hobby oder im Nebenerwerb startest, noch nicht weißt, ob das Geschäft trägt, und einfach eine simple Visitenkarte im Netz brauchst — dann nimm einen Baukasten. Probier dich aus, mach Fehler, lern das Medium kennen. Für eine private Seite, einen kleinen Verein in Bremen-Nord oder ein Projekt, das vielleicht in einem halben Jahr wieder verschwindet, lohnt sich eine professionelle Investition selten.
Auch wenn du grundsätzlich Spaß an sowas hast und Zeit übrig ist, ist Selbermachen völlig in Ordnung. Du lernst nebenbei, wie das Web funktioniert, und das hilft dir später bei jedem Gespräch mit einem Dienstleister. Ich würde mir selbst ins Knie schießen, wenn ich jedem eine 3.000-Euro-Seite andrehen wollte, der eigentlich mit 15 Euro im Monat glücklich wäre. Ehrlichkeit zahlt sich langfristig mehr aus als ein erzwungener Auftrag.
Wann du es besser machen lässt
Umgekehrt gibt es klare Signale, dass DIY für dich die teurere Lösung wird. Wenn deine Website Kunden bringen soll und dein Umsatz daran hängt, ist Bastelei ein schlechtes Geschäft — jeder Tag mit einer halbgaren Seite kostet dich potenzielle Aufträge. Wenn du Funktionen brauchst, die über "Text und Bild" hinausgehen — Buchungssystem, Kundenportal, Anbindung an deine Tools, mehrsprachig, schnelle Ladezeiten für gutes Google-Ranking —, stößt ein Baukasten schnell an Grenzen oder wird über teure Zusatz-Apps unübersichtlich.
Und ganz praktisch: Wenn dir bei den Worten Domain, DNS, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner schon der Kaffee kalt wird, dann ist deine Zeit anderswo besser investiert. Du musst nicht alles selbst können. Genauso wenig, wie du deine Buchhaltung machst, nur weil es theoretisch ginge. Lokal hier in Bremen-Nord heißt das bei mir: Wir treffen uns, du erklärst mir dein Geschäft, ich kümmere mich um den Rest — und du erreichst mich danach auch noch, wenn was ist.
Mein Fazit nach 14 Jahren
Es gibt keine pauschal richtige Antwort, und jeder, der dir das verspricht, will dir etwas verkaufen. Mein ehrlicher Rat: Sei realistisch, was deine Zeit wert ist und was die Website für dein Geschäft leisten soll. Eine reine Online-Visitenkarte, die du als Hobby pflegst — Baukasten. Eine Seite, die verlässlich Kunden bringen, rechtssicher laufen und mit dir wachsen soll — lass es machen, von jemandem, der greifbar ist und dir vorher sagt, was es kostet.
Genau deshalb arbeite ich mit Festpreis nach Skizze statt mit versteckten Preisen und Stundenzetteln, die am Ende explodieren. Du skizzierst mir, was du brauchst, ich nenne dir einen festen Preis, und dann weißt du, woran du bist. Und wenn ich nach unserem Gespräch finde, dass du mich gar nicht brauchst, sage ich dir das auch. Schreib mir einfach — ich bin aus Bremen-Nord, du redest mit mir und nicht mit einem Callcenter.